15th Gatersleben Research Conference: Applied Bioinformatics for Crops und Spring School

Quelle: IPK

Am Leibnitz-Institut für Planzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben (IPK) fand vom 18ten bis 20 März 2019 die 15. Gatersleben Research Conference zum Thema Angewandte Bioinformatik für Kulturpflanzen statt. Der Fokus der Konferenz lag in diesem Jahr sehr deutlich auf der Analyse von Daten. Diese werden heute in den Bio- und Lebenswissenschaften mit high-throughput Methoden in gewaltigen Mengen erzeugt. Ihre Verarbeitung, Integration, Analyse und Visualisierung sowie die Modellierung mittels angewandter Bioinformatik stellen eine große Herausforderung dar. Dies betrifft insbesondere auch die Verfügbarkeit der Daten selbst, denn nur so lassen sich neue und tiefergehende Erkenntnisse über komplexe biologische Systeme, wie z.B. Kulturpflanzen, gewinnen. Das Spektrum der Konferenz war entsprechend breit gefächert: von bildbasierter Datenanalyse und Visualisierung über verteiltes Rechnen, bioinformatischer Software, „Breeding Informatics“ und Computerinfrastruktur über Systembiologie und Modeling bis hin zu Biodiversität war viel geboten.
Die Arbeitsgruppe Wünschiers der Hochschule Mittweida war mit einem Poster zum Thema „Reading Plant ITS2-Sequences with Nanopores and Polymerases: First Insights to Pros and Cons“ vertreten. Robert Leidenfrost präsentierte erste Ergebnisse eines Methodenvergleichs zwischen long- und short-read sequencing, entstanden aus einer Kollaboration der Heisenberg-Professur für Funktionelle Agrobiodiversität, Frau Prof. Dr. Catrin Westphal, mit Professor Wünschiers. Dieses sehr technische Thema der Wissenschaftler steht vor dem ernsten Hintergrund ein besseres Verständnis des Futtersammelverhaltens von Bienen und Hummeln in sich ändernden land(wirt)schaftlichen Umgebungen zu erlangen.
Natürlich gab es nicht nur Talks und Poster: Führungen und eine Vorstellung der beeindruckenden Pflanzenkulturhalle, die hoch reproduzierbare Experimente unter kontrollierbaren Bedingungen erlaubt, wurden durch viele Möglichkeiten zum Austausch mit Kollegen abgerundet.

Direkt im Anschluss ging es mit der vom IPK Postdocboard organisierten de.NBI International Spring School „Computational Biology Starter“ weiter. Auch hier stand die Datenverarbeitung im Vordergrund und Robert Leidenfrost konnte sein Wissen im Bereich angewandte Bioinformatik vertiefen. Die sehr gelungenen Sessions zu Themen wie „Einführung in Galaxy und das Design von Analyse Workflows“, „Angewandte Phenomics“ und „Metabolic Modeling“ gaben neue Impulse und frischten „altes“ Wissen gekonnt auf. Natürlich kam auch hier die Möglichkeit zum Netzwerken mit anderen Teilnehmern nicht zu kurz. Prädikat? Absolut empfehlenswert!