Genetische Diversität im Fokus

28.02.2018, 09:39

Die Biotechnologie Mittweida ist Teil des Transferverbund Saxony5 (sprich „Saxony high five“) der fünf sächsischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Diese kooperieren ab 2018 für fünf Jahre gezielt beim Transfer von anwendungsnahem Wissen in die Gesellschaft und in die Wirtschaft. Das Verbundprojekt wird mit fast 15 Mio. € vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) gefördert.

Die Arbeitsgruppe um Professor Röbbe Wünschiers trägt mit ihrem Wissen im Bereich der Erbgutanalyse zum sogenannten "Co-Creation Lab Landwirtschaft und Biodiversität" bei. Schon jetzt kommen solche Analysen in zahlreichen Projekten der Arbeitsgruppe zum Tragen. So wird unter Federführung von Frau Lucy Löser die Dynamik der Bakterienaktivität in einer Biogasanlage in Sachsen bestimmt, um langfristig mit den gewonnenen Daten den Prozess zu simulieren und zu optimieren. Robert Leidenfrost entwickelt eine Methodik zu erbgutbasierten Untersuchung von Mikroorgansimen in Aerosolen und Abluft aus Tierställen in der sächsischen Viehwirtschaft. Zudem ist er Partner in einer Kooperation mit dem Friedrich-Loeffler-Institut in Jena, bei der die genetische Diversität von Hasenpesterregern untersucht wird. Nadine Wappler hat die Analyse und Optimierung des Erbguts von Bakterien im Fokus, um z.B. aus Bioabfällen energiereiches Wasserstoffgas zu produzieren. Sie ist zudem Ansprechpartner im Teilprojekt GenDiv. Frau Rebecca Prause unterstützt die Arbeitsgruppe bei der Untersuchung von Erbkrankheiten bei Schafpudeln. Gemeinsam mit Züchtern aus Sachsen und der Republik werden diagnostische Verfahren für ausgewählte Erbkrankheiten entwickelt. Gabriel Kind entwickelt eine Software, in der u.a. genetische Diversitätsdaten hinterlegt, mit anderen Daten verknüpft und dargestellt werden können.

Biodiversität in diversen Projekten, das zeichnet die Forschung in der Arbeitsgruppe von Professor Wünschiers aus. Die Kernkompetenz liegt dabei in der molekularen Diagnostik, insbesondere der Bearbeitung biologischer Proben und der Sequenzierung der Erbinformation, sowie auf der anschließenden bioinformatischen Datenanalyse. So möchte die Arbeitsgruppe sowohl zu einem übergreifenden Verständnis als auch der Entwicklung von Methoden zum Wohlergehen von Mensch und Umwelt beitragen.