Allgemeine und Digitale Forensik - Bachelor

Fakultät Angewandte Computer- und Biowissenschaften
Studiengang Allgemeine und Digitale Forensik
Abschluss Bachelor
Abschlussgrad Bachelor of Sciences
Beginn WS
Regelstudienzeit 6 Semester
Anschlussqualifikation Cybercrime/Cybersecurity (M.Sc.)
Kategorie Informatik
Naturwissenschaften
Studienform Vollzeitstudium
Zulassungsbeschränkung Ja
Studiengebühren Nein
Credits 180
Akkreditiert Nein
Bewerbungs-Portal Onlinebewerbung für zulassungsbeschränkte Studiengänge

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Fallübersicht
Fragenkatalog

Der ausgefüllte Fragenkatalog ist zusammen mit sämtlichen Bewerbungsunterlagen
postalisch an den Bewerberservice der Hochschule Mittweida zu senden.

Hochschule Mittweida
Bewerberservice
Postfach 1457
09644 Mittweida

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Hintergrund

Gerade mal ein Jahrzehnt ist es her, dass sich in einzelnen Büros von Systemadministratoren und Strafverfolgungsbehörden intensiver mit der Auswertbarkeit digitaler Daten für Verfahrenszwecke beschäftigt wurde. Das bis dato wenig erforschte Feld der Computer-Forensik erregte zunehmendes Interesse, wurden schließlich immer mehr Daten auf Computersystemen vorgehalten. Zwar beschäftigten sich bereits in den 80er Jahren die ersten Pioniere mit der Frage, wohin welche Software welche Daten schreibt und wie gelöschte Daten wiederhergestellt werden können, doch wurde ihren ersten Erkenntnissen noch wenig Beachtung geschenkt. Erst mit der nahezu flächendeckenden Verbreitung von IT Systemen in Privathaushalten, Unternehmen, Behörden und bei Betreibern kritischer Infrastrukturen wurde der hohe Stellenwert von qualifizierten, digitalforensischen Untersuchungen erkannt. Schließlich wurden beispielsweise Verstöße gegen Unternehmensrichtlinien und Vorfälle gegen den Schutz geistigen Eigentums mehr und mehr mit Hilfe von Computern begangen.

Auch Straftäter sind seit Jahren dabei, sich die digitalen Medien zunutze zu machen. Sie verlagern herkömmliche Straftaten wie beispielsweise Betrug und Erpressung zunehmend in das Internet und schaffen sogar völlig neue Deliktsfelder, die IT Systeme nicht nur als Tatmittel, sondern auch als Angriffsziel nutzten. Digitale Spuren spielen heute in fast allen Ermittlungsverfahren eine Rolle.

Der Studiengang Allgemeine und Digitale Forensik an der Hochschule Mittweida leistet einen Beitrag für eine solide und fachspezifische Ausbildung an IT-Experten auf diesem Gebiet.

Der Alltag von Strafverfolgungsbehörden bei der Aufklärung von Delikten verschiedener Bereiche ist mit dem Umgang großer Datenmengen verbunden. Diese Daten stammen aus unterschiedlichsten Quellen und müssen durch die Ermittler professionell gesichert, aufbereitet, verständlich gemacht und ausgewertet werden. Parallel dazu sind schnelle und effiziente Entscheidungen auf der Grundlage von Informationen und den recherchierten Beweismitteln gefordert. Neben den Strafermittlungsbehörden stehen private Sicherheitsfirmen vor ähnlichen Problemen.

Die gesamten Prozesse lassen sich durch den Begriff Forensik verallgemeinern. In diesen Begriff gehen neben der allgemeinen Forensik, welche das Verständnis und die Beurteilung von gängigen Methoden, wie genetischer Fingerabdruck, Gesichts- und Spracherkennung, sowie Toxikologische und ballistische Befunde beinhaltet auch die Computerforensik. Die Computerforensik beschäftigt sich mit dem Zustand eines Computersystems.

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Studienziel

Der Studiengang vermittelt Methodenkompetenzen in der forensischen Fallarbeit mit den Schwerpunkten Allgemeine und Digitale Forensik. Das Studienangebot schafft, erweitert und vertieft neben naturwissenschaftlichen insbesondere Wissen und Kenntnisse im Bereich der Informatik. Das Bachelor-Programm ist praxisorientiert und befähigt die Studierenden zur selbständigen wissenschaftlichen Arbeit. Absolventen lernen während ihres Studiums moderne Methoden und Werkzeuge kennen und wenden sie für eigene Lösungen an, die teils in Projektgruppen, teils individuell erstellt werden.    

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Studienaufbau

Das Studium der Allgemeinen und Digitalen Forensik ist angelehnt und in seinen Ausprägungen orientiert am Locard‘sche Prinzip. Die Locard’sche Regel, auch das Locard’sche Prinzip genannt, ist eines der wichtigsten Prinzipien der modernen Forensik. Sie besagt, dass kein Kontakt zwischen zwei Objekten vollzogen werden kann, ohne dass diese wechselseitige Spuren hinterlassen. Sie wurde von Edmond Locard entwickelt, der Mediziner und Jurist war, sich später aber verstärkt der Kriminalistik zuwandte.

Im Zentrum steht der Wissenserwerb im Rahmen von Modulen, die es den Studierenden ermöglichen, ein umfassendes Bild der Forensik zu erhalten. Diese  beinhalten neben der Allgemeinen Forensik, Genetik, Themen wie IT-Sicherheit, die Sicherung digitaler Spuren, Bildverarbeitung, Verschlüsselungstechnik, Tatortarbeit bis hin zur Kriminologie und Kriminalistik.

Eine Besonderheit nimmt das Komplexpraktikum Forensische Methoden ein. In diesem über 2 Semester angebotenem Modul, werden die Studierenden mit der Datengewinnung aus verschiedenen Methoden und Experimenten vertraut gemacht. Das Komplexpraktikum wird folgende Versuche und die dazugehörige Theorie beinhalten:

  • Forensische Digitalfotographie
  • Forensische Mykologie
  • Forensische Mikroskopie
  • Sicherheitsmerkmale bei Wertzeichen/Urkunden
  • Open Source Intelligence
  • Malware Forensics
  • Digitale Audioanalyse
  • Methoden der Digitalen Tatortrekonstruktion
  • Car Forensics
  • Methoden der DNA Analyse
  • Der Gutachter vor Gericht
  • Digitale Fallanalyse
  • Digitale Werte und Güter
  • Digital Video Analysis
  • Mobilfunkforensik

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Ausbildung

Um die angehenden Forensik-Experten optimal auf ihr Einsatzfeld vorzubereiten, wird das in den Vorlesungen vermittelte Wissen in praktischen Übungen von Studierenden unmittelbar umgesetzt. Die praktische Arbeit mit Beweismitteln und Spuren physisch und digita sowie die Arbeit an Projekten spielen während des gesamten Studiums eine zentrale Rolle. Durch eigene Belege, gemeinsame Projekte und Vorträge werden die Studenten zu selbstständiger wissenschaftlicher Tätigkeit angeregt und zur Teamarbeit befähigt. Zahlreiche Praktika und Experimente in den verschiedenen Computer-Pools und Labors der Fakultät dienen dem Erwerb der erforderlichen praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Materialien zu Vorlesungen, Seminaren und Praktika, wie Skripten, Seminar- und Praktikumsaufgaben, Literaturhinweise und Links werden den Studenten über das Intranet der Hochschule Mittweida zur Verfügung gestellt.

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Zugansvoraussetzungen

Das Studium im Bachelorstudiengang Allgemeine und Digitale Forensik an der Hochschule Mittweida kann aufnehmen, wer:

  • die allgemeine Hochschulreife
  • die fachgebundene Hochschulreife (für die entsprechende Fachrichtung)
  • die Fachhochschulreife 

verfügt. Daneben bestehen weitere Möglichkeiten, Zugang zu einem Hochschulstudium zu erhalten. Diese sind auf der Seite Studieren ohne Abitur dargestellt. 

Ein Vorpraktikum ist nicht erforderlich. Sie sollten über Grundkenntnisse im Umgang mit einem PC (inkl. aktuellem Betriebssystem) verfügen. Programmierkenntnisse sind nützlich, aber nicht unbedingt notwendig. Außerdem sind gute Kenntnisse in Mathematik, Biologie und Englisch von Vorteil.

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Bewerbung

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Bitte beachten Sie, dass eine Immatrikulation nur bei Einreichen von zusätzlichen Unterlagen möglich ist. Diese werden Ihnen in der Bestätigung- E-Mail zur Onlinebewerbung mitgeteilt.

Für die Punktevergabe im Eignungsfeststellungsverfahren benötigen wir zusätzlich ein Motivationsschreiben (formlos 1-2 DIN A4-Seiten). Weiterhin muss ein fachspezifischer Studienfähigkeitstest (Onlinefall) gelöst werden. Die Lösung ist zusammen mit dem Motivationsschreiben einzusenden.

Für internationale Studienbewerber/innen mit ausländischem Bildungsnachweis ist eine Onlinebewerbung zur Zeit noch nicht möglich. Bitte beachten Sie die Hinweise zur Bewerbung für ausländische Studieninteressenten.

Bitte beachten Sie die gültigen Bewerbungstermine!

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